Diese Risikofaktoren begünstigen Altersarmut

1.11.2016
Seit 2003 hat sich die Zahl der Grundsicherungs-Empfänger unter den Rentnern in Deutschland mehr als verdoppelt, von 258.000 auf 536.000. Die Hans-Böckler-Stiftung hat nun untersucht, was die Erwerbsbiografien der von Altersarmut Bedrohten kennzeichnet.
Es gibt im Wesentlichen zwei Risikogruppen: Frauen, Geringverdiener und Selbstständige. Erstere haben oft große Lücken in ihrer Erwerbsbiografie, weil sie sich Kindern und Haushalt gewidmet haben. Viele der „Aussteigerinnen“ können im Anschluss nicht mehr richtig im Erwerbsleben Fuß fassen und üben Mini-Jobs oder vergleichbar niedrig entlohnte Teilzeittätigkeiten aus. Geringverdienern fehlen schlichtweg die Mittel um vorzusorgen. Die Selbstständigen wiederum verlassen in der Regel die gesetzliche Rentenversicherung und setzen stattdessen auf renditestärkere, private Vorsorgeformen. Oftmals kommt es im Verlauf der Geschäftstätigkeit aber zu Liquiditätsengpässen, in deren Zuge das angesparte Vermögen aufgelöst oder verpfändet wird.
Aber auch eine „Vogel-Strauß-Mentalität“ und falsche Prioritäten führen zu einer Sparverweigerung. Wer sich auf den Staat verläßt und wem das Sky-Abo wichtiger ist als die Sicherung der Altersexistenz, der bürdet seinen Kindern ungefragt eine gesetzliche Unterhaltsverpflichtung auf, wenn die eigene Rente nicht reicht!

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