Private Krankenversicherung

Als privatversicherter Patient profitieren Sie von kurzen Wartezeiten, Chefarztbehandlung, hoher Kostenerstattung für Sehhilfen, Medikamente, Physiotherapie, Zahnersatz, alternative Heilmethoden u.v.m. Der Vorteil: Der Leistungsumfang kann auf den persönlichen Bedarf zugeschnitten werden.

Private Krankenversicherung

Grundsätzlich ist jeder in der Bundesrepublik Deutschland gesetzlich krankenversichert – entweder als sozialversicherungspflichtig beschäftigter Arbeitnehmer, mitversicherter Ehegatte oder Kind, Rentner oder freiwillig Versicherter. Letztgenannter verfügt über ein Jahreseinkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze oder ist Selbständiger oder Freiberufler. Diese Personen haben die Möglichkeit, sich von der gesetzlichen Krankenversicherung zu befreien. Einen Sonderfall stellen die Beamten dar, die über den Dienstherren einen Grundschutz genießen und im Rahmen der sogenannten Beihilfetarife Ihren Versicherungsschutz ausbauen können.

Gesetzliche Krankenversicherung – Wirtschaftlichkeitsprinzip

Die Regelungen zur gesetzlichen Krankenversicherung finden sich im fünften Sozialgesetzbuch. Hier wird zum Beispiel festgelegt, wer in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert und wer freiwillig versichert ist und welche Leistungen beim Arzt, Zahnarzt oder im Krankenhaus erbracht werden. Grundsätzlich gilt hierbei das „Wirtschaftlichkeitsprinzip“. Das bedeutet, daß der Patient auf die Leistungen Anspruch hat, die medizinisch erprobt, ausreichend und wirtschaftlich zweckmäßig sind. Das Wirtschaftlichkeitsprinzip findet sich wieder in den Gebührenordnungen für Ärzte oder Zahnärzte. Hier wird quasi jede medizinische Leistung mit einer Ziffer einer Gebühr zugeordnet und vom Arzt gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse abgerechnet.

Wichtig: Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung können vom Gesetzgeber jederzeit geändert werden. Da vor allem die Anhebung der Beitragssätze politisch nicht gewollt ist, kommt es immer wieder zu Einschnitten in der Gesundheitsversorgung der Kassen. Dies zeigt sich in vor allem in den Zuzahlungen, die ein Versicherter im Krankheitsfall, bei der Unterbringung im Krankenhaus, bei der zahnmedizinischen Versorgung, Brillen sowie Heil- und Hilfsmitteln erbringen muss. Die Krankenkassen dürfen nur in einem eng abgesteckten Rahmen zusätzliche Leistungen anbieten.

Jeder gesetzlich Versicherte hat die Möglichkeit, seine Gesundheitsversorgung mit einer Krankenzusatzversicherung zu verbessern und die Lücken der gesetzlichen Krankenversicherung zu schließen. Freiwillig Versicherte haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich gänzlich von der Versicherungspflicht zu befreien und Ihren Versicherungsschutz nach eigenem Gusto über die private Krankenversicherung zu gestalten. Einen ersatzlose Austritt aus der gesetzlichen Krankenversicherung läßt der Gesetzgeber seit dem 01.01.2009 nicht mehr zu.

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In erster Linie wird die gesetzliche Krankenversicherung zu Gunsten einer privaten Krankenversicherung aufgrund des vermeintlichen Beitragsvorteiles verlassen. Es widerspricht jedoch dem ökonomischen Prinzip, für weniger Geld mehr Leistung zu erwarten. Vielmehr geht es bei der privaten Krankenversicherung um einen lebensbegleitenden Anspruch auf die bestmögliche medizinische Versorgung. Zwar bildet die private Krankenversicherung im Gegensatz zur gesetzlichen sogenannte Beitragsrückstellungen, doch werden die Beiträge nach dem sogenannten Kohortensystem berechnet. Hierbei wird – vereinfacht gesagt – berechnet, wieviel Beitrag eine Altersklasse zur Finanzierung der Krankheitskosten dieser Altersklasse benötigt. Demnach wird jede private Krankenversicherung mit zunehmendem Alter teurer, bis ab dem 65ten Lebensjahr die Auflösung der Beitragsrückstellungen den Versicherungsbeitrag stabilisieren sollen.

Bei der Beitragsberechnung in der gesetzlichen Krankenversicherung sollte dabei nicht übersehen werden, daß der freiwillig gesetzlich Versicherte bis zu Höhe der dann gültigen Beitragsbemessungsgrenze grundsätzlich alle Einnahmen, also neben der gesetzlichen Rente beispielsweise Miet- und Pachterträge, Zins-und Kapitaleinkünfte, Betriebsrenten, Arbeitseinkommen, usw. verbeitragen muss.

Leistungsunterschiede GKV – PKV

Maßgeblich entscheidend für eine Krankenvoll- oder zusatzversicherung ist die Gestaltung der Leistung. Hier ergeben sich zum Teil erhebliche Unterschiede:

Leistungen der Krankenversicherung

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Private Krankenversicherung (PKV)

Ambulant
Frei Arztwahl Nein, nur Ärzte nur mit kassenärztlicher Zulassung Ja
Fachärzte Fachärzte nur mit Überweisung des Hausarztes Facharzt frei wählbar, bei manchen Anbietern gilt auch hier das „Hausarztprinzip“
Heilpraktiker Keine Erstattung Erstattung (Tarifabhängig)
Arzneimittel und Medikamente Arzneimittel gemäß Wirtschaftlichkeitsprinzip, keine Erstattung nicht verschreibungspflichtiger Arzneien wie z.B. Hustensaft, Erkältungsmittel etc. Jedes anerkannte vom Arzt verordnete Medikament, tarifabhängig auch homöopathische Arzneimittel
Psychotherapie Nur mit Genehmigung und Zuzahlung Tarifabhängige Begrenzung der Behandlungstage
Zuzahlungen Zuzahlungen von 10 Prozent, mind. 5 Euro, max. 10 Euro je verordnetem Medikament, für Brillen und Kontaktlinsen keine Erstattung, für Kinder und Jugendliche nur noch bis zum 18. Lebensjahr Je nach Tarif
Brillen | Kontaktlinsen Je nach Tarif
Heilmittel (Massagen, Fango etc.) Heilmittel, z.B. Massagen oder Krankengymnastik, und Hilfsmittel wie z.B. Stützstrümpfe, Rollstühle etc. Zuzahlung 10 %, für jedes Mittel zzgl. 10,00 € je Verordnung Je nach Tarif
Stationäre Behandlung
Freie Krankenhauswahl Nein, das dem Wohnort nächstgelegene Krankenhaus Ja
Frei Arztwahl Nein, Behandlung durch diensthabenden Arzt Ja (Kostenerstattung im Rahmen des gewählten Tarifes)
Allg. Krankenhausleistungen Chefarzt-Behandlung (Tarifabhängig)
Zimmerwahl Mehrbett-Zimmer 1- oder 2-Bettzimmer (Tarifabhängig)
Zuzahlungen Zuzahlungen von 10 Euro pro Tag, max. 28 Tage im Kalenderjahr Höhe der Erstattung in Abhängigkeit des gewählten Tarifs
Zahnärztliche Behandlung
Frei Zahnarztwahl Nein, nur Zahnärzte mit kassenärztlicher Zulassung Ja
Höhe der Versorgung Der Patient erhält sog. befundbezogene Festzuschüsse. Diese orientieren sich an den durchschnittlichen Kosten der sog. Regelversorgung. Der Versicherte erhält als Festzuschuss grundsätzlich 50 % der Regelversorgung (bei lückenloser Vorsorge in den letzten fünf Jahren 60 % und bei 10-jähriger Vorsorge 65 % der Regelversorgung). Alle zahnärztlichen Leistungen wie Zahnbehandlung, Zahnersatz, Kieferorthopädie sowie Prophylaxe werden tarifabhängig erstattet, ebenso eine höherwertige Versorgung (Implantate) je nach gewähltem Tarif.
Lohnersatz bei Krankheit / Arbeitsunfähigkeit
Selbständige Seit dem 01.01.2009 kein gesetzlicher Anspruch auf ein Krankengeld für Selbständige. Diese können ihr Einkommen durch die Wahl des allg. Beitragssatzes (15,5 %) in der GKV absichern oder durch eine zusätzliche private Zusatzversicherung. Selbstständige sichern ihr Einkommen durch die Wahl eines Krankentagegeldtarifes ab.
Zahlungsdauer des Krankengeldes Längstens 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren für dieselbe Krankheit Krankengeld in Höhe des abgesicherten Tagessatzes, max. in Höhe des monatlichen Nettoeinkommens: keine zeitliche Begrenzung analog GKV, jedoch längstens bis Feststellung einer Berufsunfähigkeit
Tagegeldhöhe 90 % vom Netto, max. 70 % aus Beitragsbemessungsgrenze abzgl. Beiträge Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung Krankengeld in Höhe des versicherten Tagessatzes, höchstens mtl. Nettoeinkommen
Versicherungsschutz im Ausland …gilt nur in der EU und Ländern mit Sozialversicherungsabkommen. meist hohen Eigenbeteiligungen des Versicherten im Krankheitsfall; keine Erstattung des Rücktransportes …ist tarifabhängig. Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf Heilbehandlung in Europa; kann auf das außereuropäische Ausland erweitert werden. Ohne besondere Vereinbarung besteht Versicherungsschutz Während des ersten Monats eines vorübergehenden Aufenthaltes im außereuropäischen Ausland. besteht auch. Ist der Versicherte aus medizinischen Gründen nicht transportfähig besteht Versicherungsschutz, solange der Versicherte die Rückreise nicht ohne Gefährdung seiner Gesundheit antreten kann, längstens für zwei Monate zusätzlich.

Beitragsentwicklung im Alter

Private Krankenversicherung ist grundsätzlich eine Lebensentscheidung – nur in wenigen Ausnahmefällen gibt es eine Zurück in die gesetzliche Krankenversicherung. Regelmäßig wird vor einer überproportionalen Beitragsentwicklung im Alter gewarnt. Dabei werden mehrere Aspekte übersehen:

Die Beiträge der privaten Krankenversicherung sind “kohortengerecht” kalkuliert. Das bedeutet, daß die Versicherten eines Jahrgangs ein Versichertenkollektiv, also eine in sich geschlossene Gruppe von Versicherten, bilden. Mit zunehmendem Alter wird diese Gruppe insgesamt immer “reparaturanfälliger”, was grundsätzlich zu einer erhöhten Inanspruchnahme von Leistungen führt. Hierfür bildet die private Krankenversicherung Altersrückstellungen, um die notwendigen Beitragssteigerungen aufzufangen.

Tipp: Wer in jungen Jahren aufgrund eines teilweise erheblichen Beitragsvorteiles in die private Krankenversicherung wechselt, hat die private Krankenversicherung falsch verstanden. Ein Wechsel in die private Krankenversicherung sollte nur dann erfolgen, wenn das Hauptmotiv ein optimaler und/oder weitestgehend frei gestaltbarer Versicherungsschutz ist. Etwaige Prämieneinsparungen in den ersten Vertragsjahren sollten für spätere Beitragssteigerungen zurückgestellt bzw. gespart werden, beispielsweise mit unserem “Gesundheitskonto”.

Wer nicht mindestens 9/10 der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung gewesen ist, zahlt im Alter auf alle Einkünfte wie Renten oder Miet-, Pacht- und Zinserträge den vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag. Die unter Punkt 1 beschriebene “Reparaturanfälligkeit” federt die gesetzliche Krankenversicherung durch Gesundheitsreformen ab. Gesundheitsreformen sind in der Hauptsache aber stets Leistungskürzungen gewesen.

Tipp: Erhöhungen von Beitragssätzen und der Beitragsbemessungsgrenze führten in der gesetzlichen Krankenversicherung stets zu Beitragsanpassungen, vor allem aber Leistungskürzungen. Diese politisch gewollten Leistungskürzungen zur Stabilisierung der Beiträge führen aber dazu, daß der gesetzlich Krankenversicherte eben nicht oder nur eingeschränkt und mit zeitlicher Verzögerung am medizinischen Fortschritt teil hat. Gerade in der zweiten Lebenshälfte sollten Sie jedoch keine Kompromisse machen, wenn es um die bestmögliche medizinische Versorgung geht.

Natürlich hat auch die Wahl des Anbieters Ihrer privaten Krankenversicherung entscheidenden Einfluss, wie sich Ihre Beiträge zukünftig entwickeln. Handelt es sich grundsätzlich um einen kapitalstarken Anbieter, ist von einer erhöhten “Krisenfestigkeit” und damit Beitragsstabilität auszugehen. Dabei sind es oft kleinere, unbekannte Versicherer, hier die besseren Bilanzkennzahlen aufzuweisen haben.Tipp: Wenn Sie sich für die private Krankenversicherung entscheiden, orientieren Sie sich zuerst an den gewünschten Leistungen, sodann an der Kapitalstärke des privaten Krankenversicherers und erst dann am Preis!

Die Frage, ob Sie gesetzlich versichert bleiben wollen oder besser privat krankenversichern ist nicht leicht zu beantworten. Beide Systeme haben Ihre Vorzüge und ihre Nachteile. Welcher Weg für Sie der Richtige ist, sollten Sie keinesfalls aus dem Bauch entscheiden – wir helfen Ihnen, den richtigen Weg zu finden! Denn: Private Krankenversicherung ist eine Lebensentscheidung!button zum Wunschtermin 013773

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