Unfallversicherung

Unfälle passieren schnell und unerwartet. Lange Krankenhausaufenthalte, kostspielige OPs oder Invalidität können die Folge sein. Eine Unfallversicherung schützt Sie vor den finanziellen Folgen eines Unfalls und sorgt dafür, dass Sie Ihren Alltag auch nach dem Unfall sicher und sorgenfrei meistern können.

Gruppen-Unfallversicherung

Grundsätzlich ist jeder sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Mitglied der gesetzlichen Unfallversicherung. Allerdings bietet diese im Falle eines Falles mitunter keinen oder nur unzureichenden Versicherungsschutz. Nur, wenn sich der Unfall auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz oder bei der Verrichtung beruflicher Tätigkeiten ereignet hat, ist die gesetzliche Unfallversicherung leistungspflichtig. Mit einer Gruppen-Unfallversicherung bieten Sie Ihren Mitarbeitern finanzielle Unterstützung nach einem betrieblich bedingten Unfall. Gleichsam wird die betriebliche Unfallversicherung wird vom Arbeitnehmer als zusätzliche soziale Leistung wahrgenommen und stärkt so die Bindung des Mitarbeiters zum Unternehmen – insbesondere in Berufen mit erhöhtem Gefährdungspotential wie z.B. im Handwerk oder in der Produktion. Beachten Sie aber auch hier die Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften durch die Berufsgenossenschaft, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden!

Leistungen

Grundsätzlich ist zu empfehlen, eine möglichst hohen Unfallversicherungsschutz zu wählen und auf “Annehmlichkeiten” wie Krankentagegeld etc. weitgehend zu verzichten. Die Beitragsanteile, die für eine Erhöhung der Leistung verwendet werden, sind bei einer dauerhaften Invalidität ein Mehrfaches wert.

Auch für die Unfallversicherung gilt die sogenannte Gliedertaxe. Jede dauerhafte körperliche Einschränkung wird prozentual gewertet und entscheidet über die Höhe der Entschädigungsleistung in Abhängigkeit von der gewählten Versicherungssumme. Eine Ausnahme bildet die Unfall-Rente, die bereits ab 50 % Invalidität die den Gesamtbetrag der vereinbarte Renten leistet.Unfall Gliedertaxe2

Ein weiterer entscheidender Faktor für die Höhe der Entschädigungsleistung ist die vereinbarte “Progression”. Sie trägt dem Gedanken Rechnung, daß der Verlust des Augenlichtes oder eine Lähmung um ein vielfaches schwerer wiegt als es in der Gliedertaxe zum Ausdruck kommt. Daher bietet Versicherer unterschiedliche Progressionsstufen an, mit der sich die Versicherungsleistung bei schweren Fällen einer unfallbedingten Invalidität vervielfachen lässt.

Unfall Progression2

Generell ersetzt die Unfallversicherung keine Berufsunfähigkeitsvorsorge. Die (betriebliche) Unfallversicherung soll dem Unfallopfer einen Ausgleich für erlittene Schmerzen und körperliche Einschränkungen geben. Diese dauerhafte Einschränkungen der Lebensqualität ist vielfach verbunden mit erhöhten Aufwendungen für die Einrichtung eines behindertengerechten Lebens.

Steuerliche Behandlung

Wenn ein Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer eine Gruppenunfallversicherung einrichtet, so mindern die hierfür zu zahlenden Beiträge als Betriebsausgaben den Betriebsgewinn. Im BMF-Schreiben vom 28.10.2009 hat die Finanzverwaltung die steuerliche Behandlung von Beiträgen und Leistungen arbeitgeberfinanzierter betrieblicher Gruppen-Unfallversicherungsverträge geregelt. Danach ist entscheidend, wem die Ausübung der Rechte aus dem Versicherungsvertrag zusteht. Die Ausübung der Rechte aus dem Vertrag bezieht sich insbesondere auf die Geltendmachung vereinbarter Leistungen der versicherten Person direkt gegen den Versicherer oder ausschließlich über den Arbeitgeber.

Direktanspruch der versicherten Person an den Unfallversicherer

Im Leistungsfall kann der Arbeitnehmer direkt auf den Versicherer zugehen und den Leistungsfall direkt mit ihm abwickeln. Während die Beiträge als steuerpflichtiger Arbeitslohn zu versteuern sind, bleiben die Leistungen aus dem Vertrag im Leistungsfall steuerfrei und werden direkt an den Arbeitnehmer gezahlt. Gemäß § 40b Abs. 3 EStG kann die Lohnsteuer mit einem Pauschalsteuersatz von 20 % (plus Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag) erhoben werden, wenn der Durchschnittsbetrag ohne Versicherungsteuer aller versicherten Personen des Gruppen-Unfallversicherungsvertrages einen Betrag von 62,00 € p.a. nicht übersteigt. Liegt der Durchschnittsbeitrag über 62,00 €, ist die Pauschalversicherung ausgeschlossen. Die Versteuerung muss dann für jeden Arbeitnehmer individuell durchgeführt werden. Nur bei der Pauschalversteuerung der Beträge fallen keine Sozialversicherungsabgaben an.

Sofern im Versicherungsvertrag der Versicherungsschutz für 24 Stunden oder auch nur für Berufsunfälle gilt, ist auch das Unfallrisiko auf Dienstreisen mitversichert. Der Anteil, der auf das Unfallrisiko auf Dienstreisen entfällt, ist als Vergütung von Reisenebenkosten steuerfrei. Dieser Reisekostenanteil kann auf 20% des Gesamtbeitrages geschätzt werden.

Ohne Direktanspruch der versicherten Person an den Unfallversicherer

Im Leistungsfall muss der Arbeitnehmer den Arbeitgeber einschalten und den Schadenfall über ihn melden und abwickeln. Die Ausübung der Rechte aus dem Vertrag steht in dieser Konstellation ausschließlich dem Arbeitgeber zu; er ist jedoch verpflichtet die Leistung allerdings an den Arbeitnehmer weiterzureichen. Die Beiträge sind zum Zeitpunkt der Zahlung steuerfrei (kein steuerpflichtiger Arbeitslohn); die Leistungen aus dem Vertrag sind ebenfalls steuerfrei. Lediglich die vom aktuellen Arbeitgeber bis zum Zeitpunkt der ersten Leistungserbringung entrichteten Beiträge müssen dann rückwirkend als Arbeitslohn versteuert werden. Der zu versteuernde Beitrag ist begrenzt auf die Höhe der Versicherungsleistungen.

Demnach tritt eine steuerliche Belastung nur ein, wenn ein Leistungsfall eingetreten ist, Zu versteuern sind dann ausschließlich die bisher vom aktuellen Arbeitgeber gezahlten Beiträge für die versicherte Person. Sofern im Versicherungsvertrag der Versicherungsschutz für 24 Stunden oder auch nur für Berufsunfälle gilt, kann der 20 %ige Reisekostenanteil für Dienstreisen wieder berücksichtigt werden.

Haftungsausschluss: Die steuerlichen Informationen stellen keine Beratungsleistung dar und beruhen auf den geltenden maßgeblichen Steuerregelungen (Stand 01/2014). Bitte beachten Sie mögliche Änderungen von Gesetzen, Verordnungen, Verwaltungsanweisungen und Rechtsprechung. Die Ausführungen erfolgen mit aller Sorgfalt, aber ohne Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit. Eine Haftung kann daher nicht übernommen werden. Diese Informationen ersetzen nicht die individuelle steuerliche Beratung im Einzelfall. Für weitergehende Informationen wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater.

Tipp: Verzichten Sie in der Unfallversicherung weitestgehend auf die Mitversicherung von Krankentagegeld, Krankentagegeld oder Genesungsgeld. So können Sie die hierfür freiwerdenden Prämienanteile in die Erhöhung Ihrer Invaliditätsleistungen investieren.

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